Fachdiskurs auf der Expopharm: Pharmazeutische Expertise im Fokus
Die Pharmazeutische Zeitung veranstaltet im September 2026 ein mehrtägiges Diskussionsprogramm auf der Expopharm, das drei zentrale Handlungsfelder der Branche adressiert: den rechtskonformen Einsatz…

Moderatedebatten mit Substanz: PZ-Diskussionsrunden auf Expopharm 2026
Die Pharmazeutische Zeitung veranstaltet im September 2026 ein mehrtägiges Diskussionsprogramm auf der Expopharm, das drei zentrale Handlungsfelder der Branche adressiert: den rechtskonformen Einsatz von Medizinalcannabis, die Rolle von Apotheken in der Primärprävention sowie die ökonomische Optimierung von Präventionsleistungen. Für klinisch-pharmakologisch orientierte Leser ist die Programmierung bemerkenswert, weil sie evidenznahe Fragestellungen mit unmittelbarer Praxisrelevanz bündelt – nicht als Marketingveranstaltung, sondern als moderierter Austausch zwischen Fachkreisen.
Cannabis, Prävention und Telemedizin: Programm am 15. und 16. September
Am 15. September, 10 Uhr auf der Pharma-World-Bühne, eröffnet Rechtsanwalt Dr. Jan Rasmus Ludwig zusammen mit Professor Dr. Theo Dingermann das Programm. Thema: der rechtssichere Umgang mit Medizinalcannabis – ein Feld, in dem regulatorische Klarheit seit der Teil-Legalisierung 2024 ein permanenter Diskussionspunkt ist.
Am Nachmittag folgt ein Themenblock zur Primärprävention. Der Fokus liegt auf der Beratung gesunder Patienten – einer Konstellation, die spezifische pharmakologische Anforderungen stellt, weil hier keine etablierte Indikation, sondern individuelle Risikoprofile den Beratungsbedarf bestimmen. Die PZ-Rahmenformulierung „Healthspan" – die Verlängerung der gesunden Lebensspanne – verweist auf eine zunehmend präventionsorientierte pharmakologische Perspektive.
Am 16. September, 12 Uhr, folgt eine als „Paartherapie" bezeichnete Diskussion zwischen Apothekern und Industrievertretern, unter anderem mit Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Die Fragestellung ist operativ: Was braucht die Apotheke von der Industrie, und welche Erwartungen kann die Industrie an Apotheken formulieren?
Management-Kongress 2027: Rohertrag und assistierte Telemedizin
Ein thematischer Vorgeschmack auf den PZ-Management-Kongress (14.–16. April 2027, Palma de Mallorca) steht am Mittwochmorgen im Apo-Leadership-Campus auf dem Programm. Redakteurin Daniela Hüttemann moderiert eine Diskussion über Rohertragsoptimierung, erste Erfahrungen mit assistierter Telemedizin und die Wirtschaftlichkeit neuer Präventionsleistungen. Beteiligt sind Marcella Jung, Andrea Prochaska, Anike Oleski und Melanie Tilgner. Das Motto 2027 – „Let's talk about money" – signalisiert eine klare Verschiebung hin zur betriebswirtschaftlichen Dimension pharmazeutischer Dienstleistungen.
Was klinisch relevante Diskussionsrunden leisten können
Das Format ist etabliert, die Themenwahl für 2026 aber bemerkenswert fokussiert: Medizinalcannabis, Primärprävention und Telemedizin sind drei Bereiche, in denen Evidenzlage und regulatorischer Rahmen häufig auseinanderfallen. Ob moderierte Podien dieses Spannungsfeld tatsächlich produktiv auflösen können, hängt von der methodischen Qualität der Beiträge ab – und davon, ob die Diskutanten über die üblichen Branchenpositionen hinauskommen. Die PZ verfolgt das Thema nach eigener Aussage mit Nachdruck. Angemeldet werden kann man über die offizielle Kongressseite.