B. Braun-Stiftung 2025: Strategische Förderung und Vernetzung im Gesundheitswesen
Wie openPR berichtet, hat die B.

Braun-Stiftung im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 1,02 Mio. Euro an Fördermitteln vergeben – eine messbare Steigerung gegenüber dem Vorjahr bei einem 60-jährigen Bestehen der Stiftung. Die Mittel flossen laut Mitteilung in berufliche Qualifizierung, klinische Forschung und den Transfer neuer Ideen in die Patientenversorgung. Für Leser mit pharmakologischem Schwerpunkt liefert die Förderlogik damit einen Indikator dafür, welche Versorgungsbereiche strukturell priorisiert werden – mit entsprechenden Folgen für künftige Förderanträge und translationale Vorhaben.
Förderschwerpunkt 2025: Perioperative Versorgung
Das ausgeschriebene Thema lautet „Perioperative Pflege, Medizin und Medizintechnik unter Berücksichtigung des Patientennutzens". Gefördert werden drei Wissenschaftlerteams am Klinikum St. Georg Leipzig, am Universitätsklinikum Augsburg und am Städtischen Klinikum Dresden. Die Stiftung reagiert mit einer Aufstockung um 30.000 Euro auf eine gewachsene Antragslast aus Medizin, Pflege und Pflegewissenschaft. Eine zentrale Schwäche der Mitteilung: Antragszahlen, Auswahlkriterien, Studiendesigns und primäre Endpunkte der geförderten Projekte werden nicht offengelegt. Ein externer Wirksamkeitsnachweis der Stiftungsaktivität steht damit aus; Kohortengrößen, Konfidenzintervalle und Evidenzgrade der Vorhaben bleiben offen.
Erweiterung des Portfolios: Stipendien und Preise
Erstmals unterstützt wurden 2025 der „Ars legendi-Fakultätenpreis Medizin" sowie das Stipendienprogramm „Medicus" der Deutschen Universitätsstiftung – Letzteres richtet sich an Medizinstudierende aus Nichtakademiker-Familien, an „First-Generation-Students" und an geflüchtete Studierende. Ergänzend trat die Stiftung dem Programm „Vielfalt stiften" der Deutschlandstiftung Integration bei; eine Stipendiatin erhielt Einblick in die Stiftungsarbeit. Über das Ungethüm-Aesculap-Stipendium erhielten drei ausländische Mediziner 56.000 Euro für Hospitationen in den USA, Japan, Frankreich und der DR Kongo; die Fachgebiete umfassen endoskopische transnasale Schädelbasischirurgie, endoskopische Laparatomie sowie Kniechirurgie und Sportmedizin. Damit werden klinisch-operative Verfahren außerhalb Deutschlands direkt finanziert – ein Reichweiten-Indikator, der in der Mittelvergabe an Stiftungen eher selten ist.
Translationale Kennzahlen: Pitch Day und Accelerator
Der MedTech Pitch Day fand 2025 in Lübeck statt, in Kooperation mit dem High-Tech Gründerfonds, B. Braun, Dräger und Life Science Nord. Parallel fördert die Stiftung das 4C Accelerator-Programm in Tübingen. Beide Formate zielen auf den Brückenschlag zwischen Start-up, Klinik und Kostenträger – ein Strukturmerkmal, das für die Bewertung neuer Medizinprodukte und pharmakologisch relevanter Verfahren zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zu beobachten bleibt, welche der drei Schwerpunktprojekte in den nächsten Förderperioden peer-reviewed publizieren und ob die Förderhöhe mit patientenrelevanten Endpunkten korreliert. Zu verfolgen ist zudem, in welchem Umfang die erstmals aufgenommenen Programme „Medicus" und „Ars legendi" in den Folgejahren fortgeschrieben werden.