Mahlzeitenersatz: Pulver oder Riegel für die Gewichtsabnahme?

Mahlzeitenersatz: Pulver oder Riegel für die Gewichtsabnahme?

Viele Produkte wirken auf den ersten Blick ähnlich, obwohl ein Proteinriegel und ein rechtlich definierter Mahlzeitenersatz ernährungsphysiologisch in völlig verschiedenen Kategorien liegen.

In der Praxis sehen wir häufig, dass Menschen den Riegel wegen seiner Bequemlichkeit wählen und vom Shake enttäuscht sind, weil er sich weniger nach einer Mahlzeit anfühlt. Umgekehrt greifen andere zu Pulver, weil es mehr Eiweiß und weniger Zucker liefert, scheitern aber an der fehlenden Alltagsintegration. Der beste Mahlzeitenersatz ist deshalb nicht automatisch der mit der längsten Zutatenliste oder dem höchsten Proteinwert, sondern derjenige, der eine ausreichende Nährstoffdichte mit guter Verträglichkeit und realistischer Compliance verbindet.

Für die Gewichtsabnahme zählt nicht, ob ein Produkt flüssig oder fest ist, sondern ob es eine Mahlzeit sinnvoll ersetzt – und ob die gewählte Form im Alltag dauerhaft funktioniert.

Was ein echter Mahlzeitenersatz leisten muss

Der Begriff Mahlzeitenersatz wird im Alltag großzügig verwendet. Ein Produkt mit 20 Gramm Protein, ein Müsliriegel mit Schokoladenüberzug oder ein einfacher Shake aus Proteinpulver kann auf der Verpackung den Eindruck einer vollständigen Mahlzeit vermitteln. Rechtlich ist das jedoch nicht automatisch zutreffend.

Ein Mahlzeitenersatz für eine gewichtskontrollierende Ernährung muss bestimmte Anforderungen an Energiegehalt, Eiweiß, Fett und Mikronährstoffe erfüllen. Pro Portion sind nach den europäischen Vorgaben grundsätzlich 200 bis 250 Kilokalorien vorgesehen. Für die Energieverteilung gilt außerdem, dass 25 bis 50 Prozent der Energie aus Protein stammen sollen und der Fettanteil höchstens 30 Prozent der Energie ausmachen darf. Hinzu kommt eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen: Ein vollständiger Mahlzeitenersatz muss pro Portion mindestens 30 Prozent der jeweiligen Nährstoffbezugswerte liefern.

Diese Vorgaben sind nicht bloß bürokratische Details. Sie verhindern, dass ein stark kalorienreduziertes Produkt als vollständige Mahlzeit verkauft wird, obwohl es kaum Calcium, Eisen, Jod, Vitamin B12 oder andere relevante Mikronährstoffe enthält. Gerade während einer kalorienreduzierten Ernährung ist die Nährstoffdichte entscheidend. Wer weniger Energie aufnimmt, hat weniger Spielraum für Fehlmengen.

Ein herkömmliches Proteinpulver erfüllt diese Anforderungen in der Regel nicht. Es kann eine sinnvolle Ergänzung sein, insbesondere wenn die Eiweißzufuhr im Alltag schwer zu erreichen ist. Eine vollständige Mahlzeit ist es deshalb noch nicht. Dasselbe gilt für viele Proteinriegel. Sie liefern zwar Eiweiß und sind praktisch transportierbar, enthalten aber häufig eine Zusammensetzung, die eher zu einem Snack als zu einer ausgewogenen Mahlzeit passt.

Bei Produkten, die als vollständige Tagesration zur Gewichtsreduktion vorgesehen sind, gelten nochmals andere Anforderungen. Hier liegt der vorgesehene Gesamtenergiegehalt bei 600 bis 1200 Kilokalorien pro Tag, außerdem muss die Proteinmenge zwischen 75 und 105 Gramm liegen. Solche Konzepte sind deutlich restriktiver und sollten nicht mit einer einzelnen Portion Mahlzeitenersatz verwechselt werden.

Die Verpackung verrät nicht alles

Für die Einordnung eines Produkts lohnt sich deshalb ein Blick auf die konkrete Kennzeichnung. Begriffe wie „High Protein“, „Low Carb“ oder „Fitness Snack“ beschreiben meist einzelne Eigenschaften, aber keine vollständige Nährstoffversorgung. Ein Produkt kann proteinreich sein und dennoch für einen Mahlzeitenersatz ungeeignet bleiben.

Bei der Auswahl spielen vor allem diese Punkte zusammen:

  • Der Energiegehalt muss zu einer vollständigen, aber kalorienkontrollierten Mahlzeit passen.
  • Der Proteinanteil sollte nicht nur nominell hoch sein, sondern aus sinnvoll nutzbaren Proteinquellen stammen.
  • Vitamine und Mineralstoffe müssen in relevanter Menge enthalten sein, wenn die Portion eine Mahlzeit ersetzen soll.
  • Ballaststoffe beeinflussen die Magenfüllung, die Verdauung und den Sättigungseffekt.
  • Zucker, Fett und Zuckeralkohole können die Verträglichkeit und die tatsächliche Alltagstauglichkeit verändern.
  • Die Zubereitung oder Mitnahme darf nicht so umständlich sein, dass der Mahlzeitenersatz nach wenigen Tagen wieder aus dem Alltag verschwindet.

Pulver und Riegel im direkten Vergleich

Im direkten Vergleich haben Pulver-Shakes bei der Nährstoffsteuerung meist die besseren Voraussetzungen. Die Rezeptur lässt sich relativ präzise auf einen bestimmten Energie- und Proteinwert ausrichten. Viele Pulver liefern pro Portion mehr Eiweiß bei gleichzeitig geringerem Zucker- und Kaloriengehalt als vergleichbare Riegel.

Riegel haben dagegen einen psychologischen Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte: Sie werden gekaut. Das verändert das Erleben der Mahlzeit. Kauen, Textur und ein längerer Kontakt im Mund können dazu beitragen, dass sich die Portion subjektiv eher wie Essen anfühlt. Dieser Vorteil ist jedoch nicht dasselbe wie ein nachweisbar längerer Sättigungseffekt.

KriteriumPulver-ShakeMahlzeitenersatz-Riegel
NährstoffsteuerungMeist präzise anpassbar und gut standardisierbarHäufig komplexere Rezeptur mit mehr Fett, Kohlenhydraten oder Süßungsmitteln
ProteinmengeOft höher pro PortionKann ausreichend sein, ist aber stärker von der Proteinquelle abhängig
ZuckergehaltHäufig niedriger, abhängig von der RezepturOft erhöht durch Überzüge, Sirupe oder kohlenhydrathaltige Bindemittel
MikronährstoffeBei vollständigen Produkten gezielt ergänzbarKönnen enthalten sein, sind aber nicht bei jedem Riegel vollständig abgedeckt
SättigungsgefühlFlüssige Form wird von manchen Menschen als weniger befriedigend erlebtKauen erzeugt häufig ein stärkeres Mahlzeitengefühl
VerträglichkeitKann bei schnellem Trinken oder bestimmten Süßungsmitteln problematisch seinFaserstoffe, Zuckeralkohole und Überzüge können Blähungen oder Völlegefühl auslösen
AlltagLeicht zu dosieren, benötigt aber Wasser und meist einen ShakerSehr einfach mitzunehmen und ohne Zubereitung zu essen
Typisches RisikoWird nebenbei getrunken und nicht als Mahlzeit wahrgenommenWird als Snack zusätzlich zu einer Mahlzeit gegessen

Diese Tabelle zeigt bereits, warum eine pauschale Antwort auf die Frage „Pulver oder Riegel?“ zu kurz greift. Pulver ist häufig die rationalere Wahl, wenn Nährstoffdichte, Proteinversorgung und Kalorienkontrolle im Vordergrund stehen. Der Riegel kann die bessere Alltagslösung sein, wenn die feste Form entscheidend dafür ist, dass die Mahlzeit überhaupt eingehalten wird.

Warum Pulver oft die bessere Nährstoffdichte bietet

Bei einem Pulver kann der Hersteller die Proteinquelle, die Kohlenhydratmenge und die Mikronährstoffergänzung relativ gezielt kombinieren. Dadurch entsteht leichter ein Produkt, das mit einer vergleichsweise kleinen Kalorienmenge ein breites Nährstoffspektrum abdeckt.

Das ist besonders relevant, wenn mehrere Mahlzeiten ersetzt werden oder die tägliche Energiezufuhr deutlich sinkt. Die Insulin-Achterbahn aus stark zuckerhaltigen Snacks, anschließendem schnellen Energieabfall und erneutem Hungergefühl wird durch einen ausgewogener zusammengesetzten Shake nicht automatisch verhindert, aber die Ausgangslage ist günstiger als bei einem süßen Riegel mit wenig Protein und kaum Ballaststoffen.

Allerdings ist auch ein Shake kein Freibrief. Wird er sehr schnell getrunken, fehlt manchen Menschen der sensorische Abschluss einer Mahlzeit. Das Gehirn erhält dann weniger Signale aus Kauen, Geschmack und Dauer der Nahrungsaufnahme. Ein Teil der Anwender empfindet die flüssigen Kalorien deshalb als weniger befriedigend und sucht kurze Zeit später nach einem zusätzlichen Snack.

Hier entscheidet die Alltagsintegration. Ein Shake kann langsam getrunken, mit ausreichend Flüssigkeit zubereitet und gegebenenfalls durch eine passende ballaststoffreiche Komponente ergänzt werden, sofern das Produktkonzept dies erlaubt. Ein Riegel kann dagegen bewusster gegessen werden, wird aber ebenso leicht nebenbei im Auto oder zwischen zwei Terminen verzehrt.

Protein ist nicht gleich Protein

Der Proteinwert auf der Vorderseite einer Packung beschreibt zunächst nur die Menge. Für die Qualität der Versorgung spielt zusätzlich eine Rolle, welche Aminosäuren enthalten sind und wie gut der Körper das Protein für die gewünschte Funktion nutzen kann.

Bei der Gewichtsabnahme ist Protein unter anderem deshalb relevant, weil es die Erhaltung von Muskelmasse während eines Kaloriendefizits unterstützen kann. Daraus folgt aber nicht, dass jedes Protein mit derselben Menge auf der Verpackung gleichwertig ist. Insbesondere Kollagen-Hydrolysat wird in vielen Riegeln eingesetzt. Es kann technologisch und für die Textur des Produkts nützlich sein, besitzt jedoch eine geringere biologische Wertigkeit für den Muskelaufbau als viele andere Proteinquellen.

Das bedeutet nicht, dass ein Riegel mit Kollagen automatisch wertlos wäre. Es bedeutet vielmehr, dass die Proteinmenge genauer eingeordnet werden muss. Ein Riegel kann beispielsweise eine hohe Gesamtproteinmenge ausweisen, obwohl ein Teil davon aus Kollagen stammt und für die muskuläre Proteinsynthese weniger günstig zusammengesetzt ist. Für die Beurteilung eines Mahlzeitenersatzes zählt daher nicht nur die Zahl der Gramm Protein, sondern auch die Herkunft des Proteins.

Bei Pulver-Shakes finden sich häufiger Milchproteine wie Molken- oder Caseinprotein sowie pflanzliche Proteinmischungen. Diese Quellen können je nach Rezeptur ein günstigeres Aminosäureprofil liefern. Pflanzliche Mischungen werden oft kombiniert, um unterschiedliche Aminosäuremuster auszugleichen. Auch hier bleibt jedoch die konkrete Zusammensetzung entscheidend; aus dem Wort „pflanzlich“ lässt sich weder eine schlechte noch eine automatisch optimale Bioverfügbarkeit ableiten.

Ein hoher Proteinwert auf dem Etikett ist nur der Anfang der Bewertung. Entscheidend ist, ob dieses Protein in der konkreten Rezeptur zur Muskel- und Sättigungsstrategie der Diät passt.

Sättigung: Kauen gegen flüssige Kalorien

Der Sättigungseffekt eines Mahlzeitenersatzes entsteht nicht durch einen einzigen Mechanismus. Beteiligt sind unter anderem die Energiemenge, Protein, Ballaststoffe, Magenfüllung, Magenentleerung, Geschmack, Essgeschwindigkeit und die Erwartung an eine Mahlzeit.

Ein Riegel bringt durch seine feste Konsistenz mehr Kauarbeit mit. Das kann dazu beitragen, dass die Portion als befriedigender erlebt wird. Für Menschen, die bei flüssigen Mahlzeiten schnell das Gefühl haben, nichts gegessen zu haben, ist das ein praktischer Vorteil. Gerade bei längeren Arbeitstagen oder auf Reisen kann diese sensorische Komponente über die Compliance entscheiden.

Trotzdem wäre es medizinisch nicht sauber, aus der festen Konsistenz automatisch eine längere Sättigung abzuleiten. Wie lange ein Mahlzeitenersatz satt hält, hängt stark von der individuellen Magenentleerung, dem Ballaststoffgehalt, der Zusammensetzung der vorangegangenen Mahlzeit und der persönlichen Reaktion auf bestimmte Kohlenhydrate und Süßungsmittel ab. Für den genauen Unterschied zwischen Pulver und Riegel gibt es deshalb keine allgemeingültige Antwort.

Ein Riegel kann sogar ungünstig sättigen, wenn er vor allem aus konzentrierten Kohlenhydraten, Fett und süßem Überzug besteht. Das Produkt wird dann zwar gekaut, liefert aber möglicherweise weniger Protein und Mikronährstoffe, als die Verpackung zunächst vermuten lässt. Umgekehrt kann ein faserreicher Shake bei manchen Menschen länger vorhalten als ein kleiner Riegel, obwohl er flüssig ist.

Wann die feste Form tatsächlich hilfreich ist

In der Praxis ist der Riegel besonders dann sinnvoll, wenn die Kaukomponente ein bekanntes Problem löst:

1. Wenn flüssige Mahlzeiten nicht als vollwertig erlebt werden.

Wer nach einem Shake regelmäßig weiter nach Essen sucht, hat keinen theoretischen, sondern einen konkreten Compliance-Konflikt.

2. Wenn keine Zubereitung möglich ist.

Ein Riegel lässt sich ohne Wasser, Shaker oder Kühlschrank mitnehmen. Diese Einfachheit kann den Unterschied zwischen einem eingehaltenen Plan und einem spontanen Kauf von Gebäck ausmachen.

3. Wenn die Portion bewusst gegessen wird.

Ein Riegel sollte nicht automatisch im Gehen oder während einer Besprechung verschwinden. Wer ihn langsam isst und als Mahlzeit einplant, nutzt den psychologischen Vorteil der festen Konsistenz besser.

4. Wenn die Rezeptur tatsächlich vollständig ist.

Ein gewöhnlicher Proteinriegel ist nicht automatisch ein Mahlzeitenersatz. Fehlen relevante Mikronährstoffe oder ist die Proteinquelle für das Ziel ungeeignet, bleibt er eher ein Snack.

Wann der Shake die bessere Entscheidung ist

Der Pulver-Shake hat seine Stärken, wenn die Zusammensetzung und die Kalorienkontrolle im Vordergrund stehen:

1. Bei hohem Proteinbedarf und begrenzter Kalorienmenge.

Pulver lässt sich häufig so formulieren, dass eine Portion relativ viel Eiweiß bei wenig Zucker liefert.

2. Bei mehreren geplanten Mahlzeitenersätzen.

Je stärker die Ernährung standardisiert wird, desto wichtiger wird die verlässliche Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen.

3. Bei Schwierigkeiten mit sehr süßen oder fettreichen Riegeln.

Riegel enthalten aus technologischen Gründen oft Bindemittel, Überzüge oder Zuckeralkohole, die nicht jeder gut verträgt.

4. Wenn die Portion individuell angepasst werden soll.

Pulver kann je nach Produkt mit einer definierten Flüssigkeitsmenge zubereitet und in den Tagesplan eingeordnet werden. Das erleichtert die Kontrolle, sofern nicht zusätzliche Zutaten den Energiegehalt unbemerkt erhöhen.

Verträglichkeit ist kein Nebenthema

Auch der formal vollständige Mahlzeitenersatz kann im Alltag scheitern, wenn die Verträglichkeit nicht stimmt. Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit oder ein unangenehmes Völlegefühl sind keine Kleinigkeiten. Sie beeinträchtigen die Compliance und führen häufig dazu, dass Menschen die Mahlzeit auslassen oder das Produkt unregelmäßig einsetzen.

Bei Pulver-Shakes spielen Milchzucker, bestimmte Süßungsmittel, sehr hohe Ballaststoffmengen und die Trinkgeschwindigkeit eine Rolle. Wer den Shake innerhalb weniger Minuten heruntertrinkt, kann ihn schlechter vertragen als dieselbe Portion, die langsam konsumiert wird. Auch die Flüssigkeitsmenge beeinflusst die Konsistenz und damit das Sättigungserleben.

Riegel können durch Zuckeralkohole, Inulin, resistente Dextrine oder andere Faserstoffe Verdauungsbeschwerden auslösen. Dazu kommt, dass ein fester Riegel häufig energiedichter ist als ein Shake. Er wirkt klein, kann aber eine konzentrierte Mischung aus Fett, Kohlenhydraten und Protein enthalten. Das erschwert die intuitive Portionskontrolle.

Für die Auswahl bedeutet das: Nicht die theoretisch beste Rezeptur gewinnt, sondern diejenige, die ohne Beschwerden in den Tagesablauf passt. Eine medizinisch gut zusammengesetzte Portion, die nach zwei Tagen wegen Verdauungsproblemen abgesetzt wird, ist für die langfristige Gewichtsreduktion praktisch weniger geeignet als ein etwas weniger komfortables, aber gut verträgliches Produkt.

Kosten-Nutzen-Analyse: Was rechtfertigt den Preis?

Der Preisunterschied zwischen Pulver und Riegel lässt sich nicht sinnvoll beurteilen, indem man nur den Packungspreis oder die Anzahl der Portionen vergleicht. Ein Riegel wirkt auf den ersten Blick unkomplizierter, bezahlt wird aber auch die Einzelverpackung, die feste Form und die sofortige Verzehrbarkeit. Pulver kann pro vollständiger Portion günstiger sein, verlangt dafür Wasser, ein Gefäß und etwas Vorbereitung.

Für eine faire Mahlzeitenersatz-Kosten-Nutzen-Analyse sollte man daher nicht fragen: „Was kostet ein Stück?“ Die sinnvollere Frage lautet: „Was bekomme ich pro vollständiger Mahlzeit an Protein, Mikronährstoffen, Sättigung und praktischer Verwendbarkeit?“

Ein Riegel ist den Aufpreis gegenüber Pulver eher dann wert, wenn die Transportfähigkeit und die feste Konsistenz die Diät tatsächlich stabilisieren. Wer ohne Riegel regelmäßig zu kalorienreichen Snacks greift, kann von dieser Form profitieren. Die Mehrkosten kaufen in diesem Fall nicht automatisch eine bessere Nährstoffqualität, sondern vor allem Bequemlichkeit und eine andere Essstruktur.

Pulver bietet häufig das bessere Kosten-Nutzen-Verhältnis, wenn mehrere Portionen benötigt werden und eine vollständige Rezeptur mit ausreichendem Protein- und Mikronährstoffgehalt vorliegt. Der Vorteil wächst, wenn das Produkt wenig Zucker enthält und nicht durch zusätzliche Zutaten wie Fruchtsaft, Nussmus oder große Mengen Milch kalorienreicher gemacht wird.

Der häufigste Rechenfehler

Viele vergleichen einen vollständigen Shake mit einem einzelnen Riegel, obwohl der Riegel gar keine vollständige Mahlzeit ersetzt. Ein Riegel mit hohem Proteinanteil kann weniger Kalorien enthalten als eine Mahlzeit, aber auch deutlich weniger Mikronährstoffe. Wird anschließend noch Obst, Kaffeegebäck oder ein weiterer Snack gegessen, verschiebt sich die Energiebilanz unbemerkt.

Umgekehrt kann ein Shake durch die Zubereitung mit Vollmilch, Haferdrink, Nussmus oder zusätzlichen Toppings aus einer kalorienkontrollierten Portion eine deutlich energiereichere Mahlzeit werden. Das ist nicht grundsätzlich problematisch, muss aber in den Tagesplan passen.

Die Kosten einer Diät bestehen daher nicht nur aus dem Produktpreis. Eine zu restriktive Auswahl, die zu Heißhunger und Abbrüchen führt, ist langfristig teuer – unabhängig davon, ob der ursprüngliche Mahlzeitenersatz als Riegel oder Pulver gekauft wurde.

Mein Urteil: Pulver gewinnt bei der Nährstoffqualität, der Riegel bei der Alltagshürde

Beim sachlichen Vergleich von Mahlzeitenersatz Pulver oder Riegel ist mein Urteil klar, aber nicht absolut: Pulver-Shakes sind meist die bessere Wahl, wenn Nährstoffdichte, Proteinqualität und Kaloriensteuerung das Hauptziel sind. Sie bieten häufiger ein günstigeres Makronährstoffverhältnis, weniger Zucker und eine präzisere Möglichkeit, eine vollständige Portion zusammenzustellen.

Riegel gewinnen dort, wo Kauen und sofortige Verfügbarkeit über die Compliance entscheiden. Sie sind für unterwegs praktisch und können das Mahlzeitengefühl verbessern. Dieser Vorteil rechtfertigt jedoch nicht automatisch einen höheren Preis und sagt nichts darüber aus, ob die Rezeptur tatsächlich vollständig oder proteinphysiologisch hochwertig ist.

Für die konkrete Auswahl würde ich deshalb in dieser Reihenfolge vorgehen:

  • Zuerst prüfen, ob das Produkt tatsächlich als vollständiger Mahlzeitenersatz für eine gewichtskontrollierende Ernährung konzipiert ist.
  • Danach Energiegehalt, Proteinanteil, Fett, Zucker und Ballaststoffe gemeinsam beurteilen.
  • Bei Riegeln die Proteinquelle besonders genau ansehen und Kollagen-Hydrolysat nicht mit einer gleichwertigen muskelbezogenen Proteinquelle gleichsetzen.
  • Die eigene Verträglichkeit mehrere Tage realistisch beobachten, ohne einzelne Beschwerden sofort der gesamten Produktkategorie zuzuschreiben.
  • Den Mahlzeitenersatz in den Tagesablauf einbauen, statt ihn zusätzlich zu einer normalen Mahlzeit zu verwenden.
  • Eine Form wählen, die auch an stressigen Tagen eingehalten werden kann.

Ein Mahlzeitenersatz ersetzt außerdem nicht dauerhaft eine ausgewogene Ernährung mit Vollwertkost. Er kann Struktur schaffen, Kalorien kontrollierbarer machen und in einer bestimmten Phase der Gewichtsreduktion hilfreich sein. Die langfristige Strategie bleibt jedoch eine Ernährung, die ausreichend Eiweiß, Ballaststoffe, Mikronährstoffe und normale Lebensmittel miteinander verbindet.

Wenn der Shake gut verträglich ist und langsam als echte Mahlzeit getrunken wird, ist Pulver in den meisten Fällen die medizinisch und wirtschaftlich überzeugendere Option. Wenn genau diese Form regelmäßig zu Abbrüchen führt, kann ein gut zusammengesetzter Riegel die bessere praktische Entscheidung sein. Nicht die Verpackungsform entscheidet über den Erfolg, sondern die Verbindung aus Nährstoffqualität, Sättigungserleben und konsequenter Alltagsintegration.

Häufige Fragen

Ist jeder Proteinriegel ein vollwertiger Mahlzeitenersatz?
Nein, viele Proteinriegel sind lediglich als Snack konzipiert und erfüllen nicht die rechtlichen Anforderungen an einen vollständigen Mahlzeitenersatz hinsichtlich der Nährstoffdichte und Mikronährstoffversorgung.
Warum ist die Proteinquelle bei Mahlzeitenersatz-Produkten wichtig?
Nicht jedes Protein ist gleichwertig; beispielsweise hat Kollagen-Hydrolysat eine geringere biologische Wertigkeit für den Muskelaufbau als andere Proteinquellen wie Milch- oder pflanzliche Proteinmischungen.
Welche Vorteile bietet ein Pulver-Shake gegenüber einem Riegel?
Pulver-Shakes ermöglichen meist eine genauere Kontrolle über die Kalorien- und Nährstoffzufuhr und enthalten häufig weniger Zucker sowie weniger technologisch bedingte Zusatzstoffe als Riegel.
Können Mahlzeitenersatz-Produkte Verdauungsprobleme verursachen?
Ja, Inhaltsstoffe wie Zuckeralkohole, bestimmte Ballaststoffe oder Süßungsmittel in Riegeln sowie eine zu schnelle Trinkgeschwindigkeit bei Shakes können zu Blähungen oder Völlegefühl führen.
Wie viele Kalorien sollte eine Portion Mahlzeitenersatz enthalten?
Ein Mahlzeitenersatz für eine gewichtskontrollierende Ernährung sollte pro Portion grundsätzlich 200 bis 250 Kilokalorien liefern.

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